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Klimaschutzprojekt - Lychen will Luftkurort werden
Neben der Absicht, dadurch Einsparungen von CO2-Emissionen einen eigenen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, verfolgt die Stadt mittel- und langfristig das Ziel, durch aktiven Klimaschutz die Attraktivität der Region Lychen, insbesondere für junge Menschen, aber auch für Tourismusinvestitionen zu steigern und den Titel „Staatlich anerkannter Luftkurort“ wiederzuerlangen. Neben dieser Imageverbesserung soll durch die Entkoppelung von stetig steigenden Energiepreisen auch ein Weg zur finanziellen Entlastung der Kommune, der Gewerbetreibenden und der Bürger aufgezeigt werden.
Am 14.02.2011 wurde das „Teilkonzept zum Klimaschutz“ im Rahmen einer öffentlichen Informationsveranstaltung vor der Stadtverwaltung, Bürgern der Stadt, Unternehmern und Interessierten aus anderen Regionen im „Alten Kino“ in Lychen vorgestellt:
Ausgehend von den durch eine Bestandsaufnahme ermittelten Verbrauchsdaten der Haushalte, öffentlichen Einrichtungen und des ortsansässigen Gewerbes wird der zukünftige Wärmeenergiebedarf in der Region, auch unter Berücksichtigung zukünftiger Entwicklungstendenzen mit 35.000 MWh/a eingeschätzt.
Im Ergebnis des Variantenvergleichs wurde die Tiefe Geothermie als Vorzugstechnologie für die emissionsfreie Wärmeerzeugung in der Modellregion ermittelt, da diese für die Bedürfnisse der Modellregion als einzige jederzeit und nach menschlichem Ermessen unendlich verfügbare Wärmequelle zur Verfügung steht. Hierfür wurde die Modellregion in 3 geothermale Cluster und Bereiche außerhalb dieser Cluster aufgeteilt. Der Wärmebedarf innerhalb der drei Cluster wird hauptsächlich durch Tiefe Geothermie (je eine ca. 1.500 m tiefe Förder- und eine Injektionsbohrung) abgedeckt und durch andere emissionsfreie Technologien ergänzt, die Wärmeverteilung erfolgt über ein neu zu errichtendes Nahwärmenetz von ca. 15 km Gesamtlänge.

- Cluster der Energieversorgung durch Tiefengeothermie
Mit der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung der Vorzugsvariante wurde eine betriebswirtschaftliche Entscheidungsgrundlage für die Umsetzung des Konzeptes geschaffen. Die Umsetzung der Vorzugsvariante für die emissionsfreie Wärmeerzeugung in der Modellregion ist demnach unter den getroffenen Annahmen (geologisch-hydrogeologische Randbedingungen, Größenordnung der Wärmeabnahme, Anschlussgrad, Ausschöpfung finanzieller Fördermöglichkeiten) wirtschaftlich bewertet worden. In der Stadt kann damit nicht nur ein nachhaltiger Beitrag zum Klimaschutz (Vermeidung von ca. 4.500 t CO2-Emissionen pro Jahr), sondern können auch deutliche Effekte zur Kostenentlastung von Bürgern, Gewerbetreibenden und der Gemeinde erzielt werden. Der Aufbau eines Nahwärmenetzes und Anschluss der Haushalte kann innerhalb von etwa 2,5 Jahren realisiert werden und kostet nach der vorliegenden Schätzung ca. 15 Mio. EUR.
Die Stadt Lychen beauftragte am 03.11.2009 die KASAM Kapitalgesellschaft mbH, Freiberg mit der Erstellung eines Teilkonzeptes zum Klimaschutz. Das Projekt wird im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (www.bmu-klimaschutzinitiative.de) mit dem Titel „Luftkurort Lychen – Modellregion für emissionsfreie Wärmeerzeugung“ gefördert.
