Kleiner historischer Stadtführer - 2. Station

Im 18. Jahrhundert bedeutet Pfuhl auch noch großer See. Platkow und Zens sind typische Rinnenseen, die in einer Linie liegen (zusammen 7 km lang). Lychen hat aus der Eiszeit ein Seenkreuz (neben Templin) und einen Höhenunterschied von 1,7 m zwischen oberen und unteren Seen.
Ebertpark - Hindenburgpark - Ebertpark
= 3 Etappen der Namensgebung (deutscher Geschichtskreis)
Der Mühlengraben wurde erst 1914 hier überbrückt. 1938 entstand eine hölzerne Bogenbrücke, um die 18 Stufen der ersten Brücke zu vermeiden, die „Hungerbrücke", denn der Architekt Hunger aus Lychen baute sie.
Ab 1974 gab es dort eine Betonbrücke, die 2005 neu gestaltet wurde.
Der Mühlengraben wurde künstlich angelegt, um Korn zur Mühle und Mehl in die weite Welt mit Schiffen zu transportieren.
In Lychen gab es bis 1923 eine Schiffswerft. Um 1900 gab es 30-40 große Lastkähne in Lychen (1960 noch 2). Die einzige Innung in Lychen war die der Schiffer (1861 = 17 Schiffseigner mit 18 Segelkähnen mit jeweils 2 Mannschaften).

Die wichtigsten Seen im direkten Umfeld von Lychen:
| Stadtsee | 19 ha | 7-9 m Tiefe | |
| Nesselpfuhl | 17 ha | 6 m Tiefe | Nedderpfuhl = niederdeutsch (niedere, untere Pfuhl) |
| Wurl | 92 ha | 28-30 m Tiefe | slawisch „Vorel" = Adler = Ort, wo es Adler gibt |
| Großer Lychen | 273 ha | 19 m Tiefe | Lichyn = schlechtSer/fischarmer See |
| Oberpfuh | 65 ha | 6-9 m Tiefe | früher Bavenpfuhl vom Mittelniederdeutschen „boon" = oben |
| Zens | 100 ha | 25-30 m Tiefe | früher stagnum santis oder slawisch svantis, (christlich =heiliger) |
| Platkow | 70 ha | 15 m Tiefe | von slawischen Personennamen |
