Beenz

Mitglieder des Kirchenvereins Beenz
  
  
  
  
Allgemeines:

Beenz ist ein Ortsteil der Flößerstadt Lychen. Zu Beenz gehören 6 Ausbauten:

  • Stabeshorst,

  • Marienheim,

  • Beenzhof,

  • Hinterfeld,

  • Vorderfeld und bis 1991

  • Kolbatzermühle.

 

Durch Beenz verläuft der Hecken – Rundweg, ein Radwanderweg.

 

Die Gründung des Ortes Beenz wird auf die Mitte des 13. Jahrhunderts zurückgeführt.

Vorher bestand eine jungslawische mittelalterliche Siedlung am Clanssee, welche durch Fundstücke belegt ist.

Der Ortsname zeugt von der Mobilität der mittelalterlichen Ritterschaft. Er wird dem Rittergeschlecht derer von Beenz zugeschrieben, welches aus dem westelbischen Raum des Erzstiftes Magdeburg stammt.

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahre 1321 aufgrund erheblicher Kriegsschäden durch die Mecklenburger.

 

Landwirtschaft

Reichtum hat der landwirtschaftlich geprägte Ort Beenz nie erfahren. Zeugnis dafür legt der Kirchenbau ab. Zurückzuführen ist dies auf zwei Faktoren

über Jahrhunderte anhaltende kriegerischen Auseinandersetzungen im Grenzgebiet von Mecklenburg und Brandenburg –mehrfach lag der Ort wüst-, und magere Sandböden, welche ihre Nutzer, trotz harter Arbeit, nicht ernähren konnten. Nicht einmal mit „künstlicher Düngung“ (Kiefernnadeln und Moos) um 1783 wurden spürbare Erfolge erzielt.

Erst viel später (um 1970) gelangte die Landwirtschaft zu einer Blüte, welche darin mündete, dass die Anzahl der Nutztiere im Ort, die der Einwohner um ein Vielfaches übertraf. Was nun dem Bauern nutzte, ist u.U. ökologisch zu hinterfragen.

 

Leben im Ort

Den ersten Krug (Gastwirtschaft) gab es um 1402.

Im uckermärkischen Hufenverzeichnis sind 1573 neben dem Schulzen 11 Vierhüfner verzeichnet: Schulte, Sauer, Zienow, Boitin, Krien 2x, Bester, Aschemann, Roepke, Havemann und Schemel.

Beenzer Bauern pachteten in anderen wüst liegenden Feldmarken Land, um ihre Einkünfte zu verbessern. Für 1579 und 1613 ist solches belegt.

Der Küster und Schulmeister des Ortes bat 1717 in einem Brief darum, sein Handwerk als Wollweber weiterführen zu dürfen, da er sonst nicht überleben könne. 

Für 1718 belegt ein Feldvermessungsprotokoll, dass auch Beenz  ca. zur Hälfte wüst lag.

Eine gern geübte Sparmaßnahme war, Steuern zu sparen. Mecklenburger Händler mieden auf dem Weg nach Berlin die Stadt Lychen, um die Akzise (Steuer) zu umgehen. Darüber beschwerte sich 1714 der Lychener Rat.  Der Schleichweg führte über Beenz. Ab 1722 zog  Friedrich Pritzkow als „Krüger“ (Gastwirt) seinen Nutzen daraus, denn er konnte dadurch die Fuhrleute bewirten. Das Bier musste er allerdings nach der Brauordnung aus Lychen beziehen.

Gegen eine Gebühr beim städtischen Ziesemeister in Lychen durften Bauern dreimal im Jahr selbst ein Dünnbier brauen. Damit sie den Weg in die Stadt sparen können, gewöhnte sich der Ziesemeister an, die Gebühr selbst abzuholen. Er ließ sich bei dieser Gelegenheit ausgiebig bewirten, so dass die Bauern bald wieder gern selbst den Weg unternahmen. 

Beim Patron des Ortes von Arnim wurden 1780 die Kirchenvorsteher von Beenz vorstellig, weil ihr Prediger immer öfter in der Öffentlichkeit und auch im Gottesdienst betrunken auftrat. Es wurde sogar um die Kirchenkasse gefürchtet. Da er dennoch bei den Beenzern beliebt war und nüchtern gute Predigten hielt, wurde er aber weiterhin geduldet bis er 1796 verstarb.

 

1321  erste schriftliche Erwähnung; Schreibweise unterschiedlich Beentze, Bencze, Beenz 

1343  Besitz der brandenburgischen Landesherrschaft

1393  Besitz der mecklenburgischen Landesherrschaft

1404 bis 1539 Eigentum des Klosters Boitzenburg aufgrund Erwerb von derer von Paschedag

1539  bis 1694 Durch Auflösung des Klosters (Reformation) Übergang in das Eigentum derer von Arnim zu Boitzenburg

1618 bis 1648  Im Dreißigjährigen Krieg  bis auf das Schulzengericht zerstört. Erst nach 40 Jahren setzte langsam eine Wiederbesiedelung ein. 

1694 bis 1708 im Wiederverkaufsbesitz des Ratsherren Fehdeler zu Templin

1708 bis 1872 im Besitz derer von Arnim zu Boitzenburg; noch 

1718   war die Gemeinde zu mehr als die Hälfte wüst 

1722   erhielt Friedrich Pritzkow den Krug erblich von v. Arnim verschrieben. Es durfte Bier und Branntwein ausgeschenkt werden.

1724    69 Einwohner.

1895  242 Einwohner

1964  164 Einwohner 

2006  144 Einwohner 

 

Kirche Beenz

Im 13. Jahrhundert errichtet als Feldsteinbau, zum Teil verputzt, 

mit Satteldach und westlichem Turmaufbau.

Die Kirche steht auf dem höchsten Platz des Dorfes,

umgeben von einer Feldsteinmauer, welche den einstigen 

Friedhof umschloss.

Das Patronat über die Kirche hatte der Graf von Arnim zu Boitzenburg.

 

Im Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) zerstört – erst 

1734 erfolgte eine umfangreiche Wiederherstellung als Feldsteinbau. 

Lediglich Fenster und Türen wurden nun rundbogig mit 

Ziegelgewand ausgeführt.

 

Rechts und links neben dem Haupteingang befinden sich die 

einstigen Eingänge des Pfarrers und der Kirchgänger der Gemeinde.

Der Haupteingang wurde nur durch den Patron und seiner Familie genutzt.

 

1736 stifteten Einwohner der Gemeinde einen sechzehnarmigen 

Kronleuchter aus Messing. Ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert 

stammt das Herrschafts- und Patronatsgestühl.